Meine Schlucht
Da hing ich
an einer alten Baumwurzel
über der Schlucht
und wartet darauf, dass ich mich nicht mehr halten konnte.
Ohne Angst.
Wenn ich erst gefallen war
die Ruhe auch um mir ist
und ich mir selbst über die Wange streiche
weil Tränen wortlos fließen
kommt das Ausatmen.
Das wunderbare Ausatmen.
Meinen Körper werde ich dankbar ablegen
und mir selbst die Augen schließen
die viel zu viel gesehen haben.
Das war auch ihre Schönheit.
Meine Hände
faltig, aber nicht gefaltet
werden ich offen
auf meinen Schoss legen.
Meine Lippen
noch purpurrot
nach einem Kuss begehrend
sollen bleiben.
So zärtlich werde ich zu mir sein.
Kein Zorn mehr auf die Feigheit derer
die zu Kleinerem bestimmt waren
Kein Flammenschwert aus meinen Haaren
gegen alle, die voll Ignoranz
an Abendbrottischen sitzen
und so den Abend feiern.
Versöhnung
auch mit allen geliebten Töchtern.
Ich wollte schon loslassen
als ich oben einen Himbeerstrauch sah
an dem noch eine reife Frucht hing.
Und ich schwang mich nach oben
pflückte und schmeckte sie.
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